Strolchi 2
Strolchi war völlig ausgehungert seinem Schicksal überlassen worden. Foto: WTV/Stefanie Hummer

Völlig ausgehungert wurde ein Terrier-Mix vor den Toren des Wiener Tierschutzhauses alleine zurückgelassen.

Nicht einmal eine richtige Leine oder ein Halsband war Terrier-Mix Strolchi vergönnt, als er in der Nacht auf Mittwoch am Haupttor des Wiener Tierschutzvereins (WTV) in Vösendorf angebunden wurde. Stattdessen bedienten sich seine ehemaligen „Besitzer“ einfacher Tücher und Bänder, um das ungewollte Tier zu fixieren. Eine WTV-Mitarbeiterin entdeckte den verstörten und winselnden Hund glücklicherweise sehr zeitig in der Früh und konnte ihn rasch befreien. Darüber, wie lange der Mischling tatsächlich im Freien verharren musste, kann nur spekuliert werden.

Der völlig ausgehungerte Rüde wurde jedenfalls gleich ins Warme gebracht und gefüttert. Die nachfolgende tierärztliche Untersuchung brachte zum Glück keine gesundheitlichen Probleme ans Licht. Seinen neuen Namen verdankt der auf rund fünf Jahre geschätzte Hund übrigens der Tierärztin des WTV. Strolchi darf sich nun in Ruhe von dem Schock erholen und wartet im Wiener Tierschutzverein auf eine neue Familie.

Aussetzen streng verboten

„Es ist wirklich traurig dass dies immer wieder betont werden muss, aber es scheint einigen Menschen immer noch nicht klar zu sein, dass das Aussetzen von Haustieren streng verboten und eine strafbare Handlung ist. Der WTV betreibt eines der wenigen Tierschutzhäuser, die auch Tiere von Privatpersonen übernehmen. Wir müssen zwar dafür eine Gebühr verlangen, da wir anders als andere Tierheime keine Subventionen erhalten und nur mit privaten Spenden wirtschaften. Dennoch haben wir in Notfällen immer noch Auswege im Sinne der Tiere gefunden“, sagt WTV-Präsidentin Madeleine Petrovic.

 Nicht zuletzt erfordert es schon ein hohes Maß an Herzlosigkeit, ein Tier einfach auszusetzen. Selbst wenn es vor einem Tierheim passiert, gibt es für ein derartiges Verhalten keine Rechtfertigung. Der Wiener Tierschutzverein appelliert daher einmal mehr an die Bevölkerung: „Überlegen Sie sich die Anschaffung eines Haustieres bereits im Vorfeld sehr genau. Ein Tier schenkt uns seine Liebe und Treue. Im Gegenzug benötigt es aber auch unsere Fürsorge. Sei es nun in Form von Liebe, Zeit oder Geld“, so Petrovic abschließend.