In vielen Bereichen des Lebens werden Hunde bereits als vierbeinige Therapeuten eingesetzt. Assistenzhunde begleiten Menschen mit Behinderungen, erleichtern ihnen den Alltag und haben dabei zusätzlich einen unschätzbaren Einfluss auf die Psyche ihrer Besitzer. Kein Wunder also, dass Hunde auch zunehmend in der Arbeit mit Menschen mit psychischen Erkrankungen – wie z.B. Depressionen – eingesetzt werden. Am Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide wurde nun eine Studie vorgestellt, die die therapeutische Wirkung von Hunden auf Patienten mit Depressionen auch wissenschaftlich beweist.

Der leitende Oberarzt für Allgemeinpsychiatrie und Psychotherapie, Dr. Andreas Sobottka, und die Tiertrainerin Mareike Doll-Degenhardt begleiteten in der Studie 60 Patienten. Die Probanden wurden in zwei Gruppen geteilt, eine Patientengruppe wurde auf herkömmliche Weise therapiert (Medikamente, Gesprächstherapie und Gruppenarbeit), die andere Gruppe durfte zusätzlich mit den Hunden arbeiten. Nach vier Wochen wurde der Gemütszustand mit Hilfe eines international anerkannten Fragebogens ermittelt.

Nach vier Wochen wurde der Gemütszustand mit Hilfe eines international anerkannten Fragebogens ermittelt. Den Patienten mit Hund ging es im Vergleich zur Gruppe ohne Hund bedeutend besser.

In einem zweiten Durchgang wurden die Gruppen getauscht. Nach weiteren vier Wochen war der Zustand der Patienten, die in Phase 1 mit den Hunden gearbeitet haben gleichbleibend gut und auch bei den Patienten, die nun erstmalig mit den Hunden gearbeitet hatten verbesserte sich die Stimmung deutlich. Viele gaben sogar an, nicht mehr an Selbstmord zu denken.

Die Studienbetreiber legen dennoch Wert auf die Information, dass sich Menschen mit Depressionen nicht pauschal einen Hund zulegen sollten. Um tatsächlich eine positive Wirkung zu erzielen braucht es auf jeden Fall den richtigen Hund und therapeutische Unterstützung.